Wer an einem flirrend heißen Tag vom grellen Sonnenlicht unter ein grünes Blätterdach tritt, erlebt hautnah, wie die Verdunstung der Blätter für angenehme Kühlung sorgt. Die ideale Form der Beschattung ist ein Baum.
Ein Sitzplatz im Garten kann Treffpunkt für die ganze Familie sein, oder ein ruhiges Plätzchen zum Entspannen. Wenn es heiß wird, geht hier ohne Beschattung aber gar nichts. Schirme und Segel sind unverzichtbare, schnelle Lösungen, langfristig gesehen erzielt ein schattenspendender Baum aber die viel bessere Wirkung. Seine Blätter schirmen das Sonnenlicht nicht nur ab, sondern sorgen durch die Verdunstung für einen kühlenden Effekt. Durch die luftige Baumkrone kann die heiße aufsteigende Luft nach oben entweichen und staut sich nicht unter dem Schirm.
Ein Freund. Ein lauschiger Platz unter einem Baum ist nicht nur an heißen Tagen eine verlockende Vorstellung, denn der Baum prägt auch den Charakter des Gartens mit und ist wertvoller Lebensraum für unzählige Lebewesen. Vögel freuen sich über Landeplätze, Nistmöglichkeiten und Insekten als Nahrung in den Baumkronen. Dazu kommt die Schönheit der Bäume im Laubaustrieb, mit Blüten, Früchten und Herbstfärbung. Ihr Anblick lässt uns zur Ruhe kommen und Erdung finden. Wir spüren instinktiv, dass Bäume uns guttun. Ein Sitzplatz unter einem Baum hat immer eine besondere Atmosphäre.
Welcher Baum soll es sein? Zu Recht beliebt sind pflegeleichte Ahornbäume. Manche leuchten im Herbst in strahlendem Gelb, Orange oder Rot, andere wie die Fächerahorne „Purpureum“ und „Dissectum nigrum“ tragen das ganze Jahr über rote Blätter. Zierkirschen empfehlen sich als blühende und später auch fruchtragende Schattenspender. Mit einer Höhe zwischen vier und sechs Metern sind sie auch für kleine und mittlere Gärten geeignet und ausgezeichnete Pollenspender für Fruchtäpfel. Die Eberesche „Edulis“ punktet ebenso mit einer leuchtenden Herbstfärbung wie der Kuchenbaum und der malerische Eisenholzbaum. Nicht jeder möchte sich aber jahrelang gedulden, ehe er den Schatten eines Baumes genießen kann. Wenn es schnell gehen soll, gibt es daher zwei Möglichkeiten: Man pflanzt bereits große, entwickelte Bäume, was entsprechend höhere Kosten bedeutet. Oder man greift auf schnellwüchsige Arten wie Eschenahorn, Blauglockenbaum, Tulpenbaum oder Eberesche zurück.
Bäume sind unübertroffene Schattenspender mit kühlendem Effekt. Dazu kommt ihre Schönheit mit Laub, Blüten (Taschentuchbaum, im Bild oben) und Früchten. Wenn ein Baum als Schattenspender ausscheidet, sind Kletterpflanzen ein Alternative.
Kugeln, Säulen ... Kugelbäume haben den Vorteil, eher kleinkronig zu bleiben. Zur Auswahl stehen Formen von Ahorn, Trompetenbaum und Feldulme. Die Rotblättrige Traubenkirsche ist dekorativer Baum und wertvolle Bienenweide mit sechs bis zehn Metern Wuchshöhe. Blütenreich, tolle Herbstfärbung, ökologisch wertvoll und Schattenspender – all das trifft auch auf die Kupfer-Felsenbirne zu. Im Alter entwickelt sie eine malerische, schirmförmige Krone mit überhängenden Zweigen. Wenn ein Baum nicht ausreicht, sorgt eine kleine Baumreihe für längeren Schatten, auch wenn die Sonne weiterwandert. Neben Felsenbirnen und Zieräpfeln eignen sich hier auch Säulenformen von eigentlich groß wachsen Arten, wie Hainbuchen, Ebereschen, Amber- und Tulpenbaum.
... und noch mehr Formen. Sicher hat auch ein Sitzplatz unter lauschig hängenden Zweigen seinen Reiz. Die Wildbirne „Pendula“ bringt mit ihren überhängenden Ästen und dem silbrig-grauen Laub mediterranes Flair in den Garten. Sie fühlt sich auch an heißen Standorten wohl und ist mit vier bis sieben Metern Höhe auch für kleinere Gärten geeignet. Hängeformen brauchen allerdings einen freien Standort, damit ihre Wuchsform voll zur Geltung kommt. In Mode gekommen sind große Baumformen, die schirmförmig gezogen werden, erkennbar an den Bambusstäben in den Kronen. Die Zweige werden hier so niedergebunden, dass ein Blätterschirm entsteht, den man allerdings durch regelmäßigen Schnitt in Form halten muss. Man kauft sie schon als größere Pflanzen und muss – dem Arbeitsaufwand der Baumschulen entsprechend – daher auch mit höheren Kosten rechnen.
Die richtige Wahl. Wichtig ist es, dass die natürliche Wuchshöhe, -breite und -form des Baumes zum zukünftigen Standort passen. Es ist besser, einen kleineren und schmalwüchsigen Baum zu wählen, der sich frei entwickeln kann, als einen starkwüchsigen, der immer wieder zurückgeschnitten werden muss. Denn dadurch verliert er seine natürliche Kronenform und kann anfälliger für Krankheiten werden. Besonderes Augenmerk gilt auch den Ansprüchen des Wunschbaumes an Boden, Wasser und Licht. Ist der Gartenboden sehr trocken? Steht der Baum in voller Sonne oder bekommt er zeitweise den Schatten des Hauses zu spüren? Ist der Standort windexponiert? Kaufen Sie qualitativ hochwertige Pflanzen in heimischen Gärtnereien und Baumschulen. Dort finden Sie auch kompetente Beratung.
Wenn ein Baum als Schattenspender ausscheidet, bleibt die Pergola eine Möglichkeit. Die Pflanzen zur Begrünung haben unterschiedliche Techniken des Kletterns entwickelt. Die „Ranker“, z. B. Clematis-Arten und Weinreben, halten sich mit korkenzieherähnlichen Trieben an den Kletterhilfen fest. „Selbstklimmer“, wie der Wilde Wein oder die Mauerkatze „Veitchii“, brauchen kein Klettergerüst, sie bilden Haftscheiben. Beide sorgen für ein herbstliches Farbspektakel. „Schlinger“ haben keine speziellen Kletterorgane, sondern winden sich mit den ganzen Trieben um die Pergola. Der Blauregen und die verschiedenen Geißblatt-Arten zählen zu dieser Gruppe. Egal ob selbstkletternd oder nicht, allen Kletterpflanzen tut in den ersten Jahren ein unterstützendes Aufbinden gut, ehe sie aus eigener Kraft den Weg empor finden. Wenn es sehr schnell gehen soll, sind einjährige Kletterpflanzen wie Feuerbohne, Duftwicke und Sternwinde ein Tipp. Viele Arten gedeihen sehr gut im Kübel und sorgen so auch auf kleinen Balkonen und Terrassen für Beschattung.
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